Um es kurz zu machen: Nö. Jeden­falls dann nicht, wenn die Gast­ge­ber das stu­den­ti­sche Leben ein­schließ­lich der ein oder ande­ren Bot­t­le-Par­ty seit Ewig­kei­ten hin­ter sich gelas­sen haben (seufz!) und es zudem auch sonst eigent­lich an nichts man­gelt – sieht man ein­mal von unse­rem küm­mer­li­chen Fun­dus an Wein­glä­sern ab. 

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Aber der Rei­he nach: Kürz­lich wur­de bei uns etwas umfang­rei­cher gegrillt. Mit Sal­sic­cia und Mer­guez, dem obli­ga­to­ri­schen Okto­pus (dies­mal 5 Stun­den bei 80 °C = gabelzart),

einem hüb­schen US-Flank­steak und ein biss­chen ergän­zen­dem Grill-Pil­le­pal­le drum­rum. Das gan­ze also mit Zeit­auf­wand aber defi­ni­tiv nicht mit Mühe, son­dern mit maxi­ma­lem Spaß in der Küche und Vor­freu­de auf den Abend. Und der war Dank der bunt gemisch­ten aber vor­züg­lich har­mo­nie­ren­den Gäs­te ein ech­ter Erfolg: Inklu­si­ve jeder Men­ge herr­lich dum­mer Sprü­che, span­nen­der Gesprä­che und wein­se­li­ger Dis­kus­sio­nen bis knapp vier Uhr mor­gens. Kann man nicht meckern, oder?

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Aber zurück zur ein­gangs gestell­ten Fra­ge, die man­chen im Vor­feld des Abend beschäf­tig­te, wes­halb des Koch­zi­vi­lis­ten Tas­ta­tur die fol­gen­de, wie immer lie­bens­wür­dig-intro­ver­tiert for­mu­lier­te ANSA­GE entfloß:

Mail #1

Lie­be Freun­de des gepfleg­ten Grillens,
hier noch kurz die Ant­wor­ten auf die offen­sicht­lich unab­wend­ba­ren Top-Drei-Fra­gen zu einer ordi­nä­ren Grill-Einladung:

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a) Gibt es einen Anlass?

     —> JA, Gril­len – sonst nix.

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b) Sol­len wir was mitbringen?

      —> JA, reich­lich Hun­ger – sonst nix (*).

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c) Wird auch bei Sch…-Wetter gegrillt?

     —> JA, unter unse­rer über­dach­ten Pondero­sa. Pull­over, Schal und Woll­so­cken kön­nen im Bedarfs­fal­le und je nach Ver­füg­bar­keit bei der Göt­ter­gat­tin gelie­hen werden.

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(*) Auch kein Des­sert, es sei denn, jemand ist der völ­lig ver­we­ge­nen Auf­fas­sung, man kön­ne nach einem Gril­len bei uns womög­lich noch einen Nach­tisch ver­drü­cken. Ver­gesst es! Außer­dem kommt seit eini­gen Wochen abends immer der Eis­wa­gen vor­bei. Der soll­te bei aku­tem Unter­zu­cker reichen.
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So, noch Fragen?
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Wir freu­en uns mächtig!
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Bis Samstag
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Andre­as ;o)

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Die zwei für den Fort­gang der Geschich­te und den Titel die­ser Sto­ry ent­schei­den­den Re-Mails lauteten:

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X: „Ich wer­de es mir gleich­wohl nicht neh­men las­sen, eini­ge Bou­teil­len wei­ßer und rosi­ger Pro­ve­ni­enz fer­tig gekühlt mitzubringen. …” 

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Y: Pah, dann brin­ge ich Flüs­sig­nah­rung mit. Gegen einen guten Roten hat doch wohl nie­mand was ein­zu­wen­den, oder? ;-)”

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Es ging und geht also nicht um ein wenig grün-bun­ten Vasen-Zier­rat für Gat­tin und Fens­ter­brett, son­dern um ernst­haf­te Bei­trä­ge zum Gril­len – eben um den Wein, den wir an jenem Abend getrun­ken haben. Bei 12 Leu­ten, die sich von 18.30 Uhr bis in den nächs­ten Mor­gens auf­op­fe­rungs­voll der  Geträn­ke­ver­nich­tung gewid­met haben, kei­ne klei­nen Men­gen, die zwei sehr gute Freun­de von mir bei­zu­steu­ern gedachten.

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Zeit­ge­nos­sen, die bei dem The­ma gleich­wohl gran­di­os sor­tiert wie über­ra­gend fach­kun­dig sind und in ähn­li­chen Situa­tio­nen schon Tröpf­chen mit­ge­bracht haben, die man ganz gewiss nicht alle Aben­de vor­ge­setzt bekommt. Mit­hin ein Ange­bot, bei dem man eigent­lich mäch­tig blöd wäre, schlü­ge man es aus.

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Schlug ich aber, weil ich in die­ser recht hete­ro­ge­nen Gäs­te­schar auch Men­schen ver­mu­te­te, die bei der­art opu­len­ten Mit­bring­seln etwas irri­tiert aus der Wäsche geguckt hät­ten. (Unbe­grün­det, wie ich im nach hin­ein zuge­ben muss. Die spen­dier­ten Wei­ne war so klas­se, dass sich jeder ganz leicht über etwai­ge Beden­ken hin­weg­set­zen konn­te. Gour­man­ds eben ;-)

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Jetzt aber zu mei­ner Replik, die ich zwar spa­ßig mein­te, die ich aber, wie ich zuge­ben muss, viel­leicht ein klit­ze­klei­nes biss­chen spitz for­mu­liert habe. Aber macht euch selbst ein Bild.

Mail #2 

Guten Tag, die Her­ren X & Y,

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beim Lesen eurer Mail-Ant­wor­ten dräng­te sich mir im ers­ten Moment die Fra­ge auf, was eure som­mer­lich sti­mu­lier­te Zere­bral­mas­se am Wört­chen „nix” eigent­lich nicht ver­ar­bei­ten konn­te. 

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Dann aller­dings viel mir auf – mea cul­pa –, dass mein Com­pu­ter die gest­ri­ge Mail in gefähr­lich hohem Maße aus recy­cel­ten Bits und Bytes erstellt hat. Nul­len und Ein­sen aus den Untie­fen des Inter­nets, die nor­ma­ler­wei­se sicher im digi­ta­len Orkus ver­wahrt wer­den und von denen sich gera­de ges­tern aus­ge­rech­net jene Nul­len und Ein­sen befrei­en konn­ten – ich sag nur: Ver­wer­fung im Raum­zeit-Kon­ti­nu­um – mit denen seit Anbe­ginn aller Zei­ten, also zurück bis Com­pu­Ser­ve, immer nur die digi­ta­le Betreff­zei­le „BOT­T­LE-PAR­TY” gebil­det wur­de. Die­ses Fak­tum berück­sich­ti­gend, konn­tet ihr mich nur miss­ver­ste­hen. 

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Aber sei’s drum: Dann schleppt halt schwit­zend schwe­re Pul­len an, statt som­mer­lich beschwingt und mit luf­tig tro­cke­nen Ach­sel­höh­len den Qua­li­täts-Fusel der Gast­ge­ber über euch erge­hen zu lassen.

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Grüßle

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Andreas

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PS: Im nächs­ten Jahr mach ich ne 100%ige
BYO-Grill­par­ty ;o)

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Wie gesagt viel­leicht etwas böse for­mu­liert und inso­fern natür­lich auch mit dem Poten­ti­al (hin­ter­her ist man halt immer schlau­er), dass man die Mail in den fal­schen Hals krie­gen kann – was dann auch prompt bei 50 % der oben erwähn­ten Wein-Spe­zia­lis­ten der Fall war. Aller­dings nur für einen hal­ben Tag und wie es sich für gro­ße Jungs gehört schluss­end­lich mit einem herz­haf­ten SCHWAMM DRÜ­BER!  

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Aber zurück zur zentralen Frage: Sollen wir was mitbringen?

Mei­ne Sicht der Din­ge – klei­ne Gast­ge­schen­ke sind hier­von aus­ge­nom­men – ist sicher­lich klar gewor­den. Aber wie seht, wie hand­habt ihr so etwas?

NAS­SER HUND: Kein Gericht, son­dern bei Luke ein olfak­to­risch hin und wie­der bedenk­li­cher Zustand.

Fin­det ihr das klas­se? Rech­net ihr eine solch enga­gier­te Betei­li­gung am Grill- oder Sonst­wie-Event mit ein? Habt ihr, ähn­lich wie ich, das Gefühl, dass eine so grund­le­gen­de Mit­wir­kung ein Stück weit übers Ziel hin­aus schießt? Oder bin ich an dem Mor­gen ein­fach nur mit dem fal­schen Fuß auf­ge­stan­den und Luke auf den Schwanz getreten?

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Man weiss es nicht, was ergo eure Mit­hil­fe in Form hübsch erhel­len­der Kom­men­ta­re nötig macht.


Dan­ke­schön und Feu­er frei!