Jetzt haben wir den Salat: Denn wenn ihr die­se Wor­te lest, dann mut­maß­lich online also im Inter­net, was laut Man­fred Spit­zer, Deutsch­lands laut­stärks­tem Hir­ni-Pro­fes­sor, unwei­ger­lich dazu führt, dass ihr nicht bloß doof, son­dern auch noch dick wer­det. Mit doof lernt man im Lau­fe sei­nes Lebens ja mehr oder weni­ger gut umzu­ge­hen. Aber das mit dem dick hal­te ich im Bezug auf die Tabou­lé für ein reich­lich star­kes Stück. Schließ­lich gehört die zu den blog­weit kalo­rien­ärms­ten Rezep­ten überhaupt.

Aber brei­ten wir mil­de lächelnd den Schlei­er der digi­ta­len Demenz über des Spit­zers men­ta­le Sprit­zer und hal­ten es wie DAS NUF. Das, bes­ser gesagt die zer­pflückt die Ergüs­se jenes hirn­for­schen­den Inter­net-Theo­re­ti­kers näm­lich ganz wun­der­bar pra­xis­ori­en­tiert auf Basis der geball­ten Exper­ti­se bei der Erzie­hung von 2,5 Kin­dern – per Lohn­steu­er­kar­te attes­tiert, wie in ihrem „Über mich“ nach­zu­le­sen ist.

Wen­den wir uns also eben­falls im Geis­te der Pra­xis dem Rezept zu. Aller­dings nicht ohne vor­her ordent­lich auf die Tabou­lé-Muse namens Uli zu ver­lin­ken und expli­zit dar­auf hin­zu­wei­sen, dass jemand, der so gran­dio­se Sala­te fabri­ziert – lie­be bud­get­ver­ant­wort­li­che Wer­be­trei­ben­den!!! – als Crea­ti­ve Direc­tor erst recht was drauf hat. Vor­aus­ge­setzt, man gehört nicht zu denen hier.

Nach die­ser klei­nen Wer­be­block folgt nun als Abschluss mei­ner Toma­ten­ver­wer­tungs-Tri­lo­gie das Toma­ten-Cous­cous-Peter­si­lie-Rezept für zir­ka 12 Gäs­te. Wer kei­nen Bock auf´s Wie­gen und Mes­sen hat: Mit Pi mal Dau­men ⅓ Cous­cous (inkl. Flüs­sig­keit) + ⅓ Toma­ten + ⅓ Kräu­ter ist man geschmack­lich auf der siche­ren Seite.

Zubehör:

  • Liter­maß (1 Liter)
  • gro­ße Schüssel

Zutaten:

Erstes Drittel:

  • 200 ml Cous­cous, mit­tel­groß z. B. von Dou­ble Ele­phant bzw. Müller´s Mühle
  • 450 ml Was­ser oder 1083 Tas­sen Instant Water: davon 100 ml heiß, um die Gewür­ze zu lösen und 350 ml kalt.
  • 1 ½ Tl. Salz (Tl. = Teelöfel)
  • 35 g Haris­sa (gehört als mild-schar­fe, sehr aus­ge­wo­ge­ne Würz­pas­te unbe­dingt in die Küche und ist z. B. von Kat­tus als 70 g Tube längst auch in deut­schen Super­märk­ten angekommen.)
  • 1 Tl. Kreuz­küm­mel (Cumin), gemahlen
  • 2 Knob­lauch­ze­hen

    Bild: Vil­la Masecri

  • 5 El. Oli­ven­öl (El. = Esslöffel)
  • 5 El. Argan­öl: davon 2 Löf­fel sofort und 3 Löf­fel am Tisch. (Argan­öl kos­tet ca. 30,– €ura­li­en die 250 ml. Das ist teu­er, lohnt sich aber! Nicht nur für Tabou­lé son­dern auch, um aus einer simp­len Capre­se ein ech­tes Gedicht zum machen, um  Croû­tons den ulti­ma­ti­ven Kick zu geben oder um … was weiss ich jetzt. Riecht halt mal an der Pul­le. Da fällt euch schon was ein.)

Zweites Drittel: 

  • 800 g voll­rei­fe Kirsch­to­ma­ten + ggf. ein, zwei Tee­löf­fel Zucker zur geschmack­li­chen Abrundung

Letztes Drittel:

  • 650 g glat­te Petersilie
  • 100 g krau­se Min­ze (Das ist die Min­ze mit den schlan­ken, gezack­ten Blät­tern, die man übli­cher­wei­se beim Gemü­se­händ­ler sei­nes Ver­trau­ens bekommt. Die unter­schei­det sich deut­lich von dem rund­blätt­ri­gen Minz­murks, den ich ohne kri­ti­sche Geruchs­pro­be Anfang des Jah­res im Gar­ten­cen­ter mei­nes bis­he­ri­gen Ver­trau­ens gekauft habe. Das Kraut schmeckt ein­deu­tig nach Auf­ge­setz­tem vom aus­ge­lutsch­ten Kau­gum­mi an Pinselreiniger.
  • 3 Stk. schar­fe, rote Zwiebeln
  • 40 – 60 ml Limettensaft
  • Ein ordent­li­cher Schuss Oli­ven­öl bis die gut ver­mi­schen Zuta­ten schön glän­zen – ohne ölig zu werden.
  • 3 El. Argan­öl – erst am Tisch als Finish.

Zubereitung:

Für den Cous­cous-Sud 1 ½ Tee­löf­fel Salz, 35 g Haris­sa und einen Tee­löf­fel Kreuz­küm­mel-Pul­ver mit 100 ml hei­ßem Was­ser ver­rüh­ren, weil sich die Gewür­ze bzw. Aro­men so bes­ser lösen. Mit 350 ml kal­tem Was­ser auf­fül­len, über die 200 ml. Cous­cous gie­ßen und gut mischen. Zwei Knob­lauch­ze­hen am hol­zi­gen Ende abschnei­den, mit der Hand platt schla­gen und die so gepell­ten Zehen im Gan­zen unter die Cous­cous-Was­ser-Wischung rüh­ren (wer die Zehen ganz lässt, kann sie spä­ter leich­ter wie­der raus fischen).

Cous­cous (Wei­zen­grieß) 20 Min. in kal­tem Was­ser quel­len las­sen: Auch wenn auf eini­gen Packun­gen steht, man sol­le Cous­cous kochen, gilt hier: KALT anset­zen. Schließ­lich wol­len wir einen Salat und kei­ne Ein­topf. Außer­dem soll der bzw. das Cous­cous (geht laut Duden wohl bei­des) spä­ter noch saug­fä­hig genug sein, damit die Toma­ten den Salat nicht mat­schig machen.

Nach eini­gen Minu­ten 5 Ess­löf­fel Oli­ven­öl + 2 El. Argan Öl unter­rüh­ren. Falls das Cous­cous schon zu trocken/​zu krü­me­lig gewor­den ist auch noch etwas Was­ser hinterher.

Kirsch­to­ma­ten je nach Grö­ße in Vier­tel oder Ach­tel scheiden.

Peter­si­lie + Min­ze + rote Zwie­beln mit dem Mes­ser sehr, sehr fein hacken und mit Limet­ten­saft beträu­feln. Wer eine Mouli­net­te oder ähn­li­ches Kräu­ter­ver­ge­wal­ti­gungs­werk­zeug benutzt ist RAUS!!! Das mach die Kräu­ter mat­schig und die Tabou­lé tot. Da man mit dem Mes­ser sowie­so 20 Minu­ten zu tun hat, dürf­te das Cous­cous nach der Schnib­be­lei opti­mal gequol­len sein.

Das kom­plet­te Gemen­ge noch mal einer ordent­lich Por­ti­on Oli­ven­öl zum Glän­zen brin­gen und erst vor dem Ser­vie­ren mit einem nicht zu knau­se­ri­gen Schuss Argan­öl beträu­feln. Wie oben geschrie­ben: 3 Ess­löf­fel dür­fen es schon sein.

Fer­tig. Dazu: Gegrill­tes aller Art und Raki bis zum …

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Nach­trag von Uli am 12. September:

Wenn ein so ein­fa­ches Rezept so vie­le Freun­de fin­det, möch­te ich ein paar Wei­ter­ent­wick­lun­gen nachreichen:

Ins­be­son­de­re die Cous­cous-Zube­rei­tung habe ich, ange­regt durch ande­re Rezep­te, ver­ein­facht: Ich rös­te den Cous­cous (von FER­RE­RO, aber nicht das Fer­re­ro) in einer mög­lichst groß­flä­chi­gen Pfan­ne an (Pfan­ne dabei gele­gent­lich bewe­gen) und lösche dann mit Brü­he oder noch bes­ser mit Lamm­fond ab. Vom Herd neh­men. Wenn der Cous­cous die Flüs­sig­keit auf­ge­nom­men hat, bil­det er eine halb­fes­te Mas­se. Dar­auf Haris­sa streu­en (ja, ich bevor­zu­ge die Pul­ver­va­ri­an­te) und Raz al Hanout, wo unter ande­rem auch der Kreuz­küm­mel schon drin ist. Ein wenig Oli­ven­öl dazu und dann den Cous­cous mit einer Gabel auf­lo­ckern, bis er wie­der eine kör­ni­ge Tex­tur hat.

Bei Toma­ten bin ich inzwi­schen Purist und mache mir die Mühe, nur das rei­ne Frucht­fleisch zu ver­wen­den. Das ver­hin­dert, dass die Taboule ver­wäs­sert bzw. mat­schig wird. Ange­neh­mer Neben­ef­fekt: aus den Toma­ten­res­ten lässt sich ganz ein­fach eine vor­treff­li­che und hoch­all­erge­ne Toma­ten­mar­me­la­de herstellen!

Tipp für eine Pre­mi­um-Taboule: fein gehack­te (unge­sal­ze­ne) Pistazien.