Mon Dieu, isch will nischt, dass die­se fie­se Kochss­si­vi­lis­ten lesen odär begrab­schen mei­ne Œuvre!
So oder ähn­lich muss sich Mon­sieur Long, Autor und Zeich­ner des Cui­sine-Comics „Nicht ohne mei­ne Schür­ze” wohl geäu­ßert haben, als ihm die net­te, bestimmt sehr gewis­sen­haf­te Ber­li­ner PR-Agen­tur im Auf­trag des Carl­sen Ver­lags mit­teil­te, dass ich gro­ßes Inter­es­se am gera­de per Mail ange­kün­dig­ten Rezen­si­ons­ex­em­plar hätte.

Ähn­lich übri­gens wie im Herbst letz­ten Jah­res, fällt mir gera­de auf: Da schlu­gen mir der Repro­dukt-Ver­lag in Koope­ra­ti­on mit Jacoby&Stuart und Carl­sen gleich drei Cui­sine-Comics zur Rezen­si­on vor (sie­he Weih­nachts­idee gefäl­lig?). Zwei Ver­la­ge lie­fer­ten prompt, Carl­sen nicht. Und da ich mal schwer anneh­me, dass ein Ver­lag wie Carl­sen nicht ein­fach Rezen­si­ons­ex­em­pla­re ver­spricht, dann aber beschließt, die­se doch lie­ber für sich zu behal­ten, kann es ja wohl nur einen ein­zig zuläs­si­gen Schluss geben: Der Autor war´s!

Aber da hat sich der fei­ne Herr Long mal ordent­lich geschnit­ten. Nicht mit mir. Den las­se ich jetzt so lan­ge schmo­ren, bis Weih­nach­ten auf den 24. fällt. Vor­her näm­lich kommt mir „Nicht ohne mei­ne Schür­ze” garan­tiert nicht auf den Tisch – ätsch! Und dop­pelt ätsch, weil ich jetzt außer­dem auch noch, lie­ber Mon­sieur Long, Ihr gefähr­lich gutes Scho­ko­la­den­ku­chen-Rezept verrate.

„Kann denn kochen Sünde sein?”, Guillaume Long, S. 94

„Kann denn kochen Sün­de sein?”, Guil­laume Long, S. 94

Schokoladenkuchen zum Niederknien a la Guillaume Long.

Super saf­tig, innen mit zart schmel­zen­dem Kern, neben­bei auch noch glu­ten­frei, weil aus­schließ­lich mit gemah­le­nen Man­deln geba­cken und ganz, ganz wich­tig, sagt die Göt­ter­gat­tin: Nicht so süß!

Long-Cake 5

Sili­kon­for­men für 9 – 12 Muf­fins oder eine Kuchen­form mit 25 cm Durchmesser.

Zutaten:

  • 220 g Scho­ko­la­de: Zum Bei­spiel 125 g Wein­richs Edel-Bit­ter mit 70 % Kakao + 95 g Wein­richs Edel-Zart­bit­ter mit 50 % Kakao, um sich dem emp­foh­le­nen Kakao­an­teil von 64 % zu nähern. Außer­dem 9 – 12 klei­ne Stück­chen Scho­ko­la­de für die Füllung.
  • 125 g Butter
  • 5 Eier Grö­ße M (fein säu­ber­lich in Eiweiß und Eigelb zer­legt)
  • 120 g Zucker + 1 Päck­chen Vanillezucker
  • 125 g gemah­le­ne Man­deln (ich hat­te die)
  • 1 Pri­se Salz
  • [4 cl Rum + 1 Röhr­chen Rum-Aro­ma – optio­nal, Herr Long backt ori­gi­nal ohne dem.]

Zubereitung:

Back­ofen auf 190 °C vor­hei­zen. 220 g Scho­ko­la­de + 125 g But­ter behut­sam im Was­ser­bad schmel­zen. Die 5 Eigelb ein­zelnLong-Cake 2 in die war­me Scho­ko-But­ter-Mix­tur ein­rüh­ren. Dann Zucker, Vanil­le­zu­cker und Man­del­mehl dazu (ja, es passt alles rein) und noch ein wenig abküh­len las­sen. Der­weil die 5 Eiweiß mit einer Pri­se SalzLong-Cake 4 zu einem schön fes­ten Eischnee schla­gen und por­ti­ons­wei­se die lau­war­me Scho­ko-But­ter-Eigelb-Zucker-Man­del­mehl-Mas­se unter­he­ben. Vor­sich­tig, sonst ver­pflupft sich die Luft aus dem Eischnee und der Kuchen geht nicht auf.

Die Hälf­te der Scho­ko-Eischnee-Teig­mas­se in die Muf­fin-Förm­chen geben, ein Stück­chen Scho­ko­la­de in die Mit­te und mit dem rest­li­chen Teig auf­fül­len. Auf die gehak­ten Pis­ta­zi­en, die man viel­leicht auf dem Bild erken­nen kann, kann man getrost ver­zich­ten. 18 Minu­ten bei 190 °C in die Röh­re. Am bes­ten lau­warm ser­vie­ren, wobei ein kal­ter und damit fes­ter Scho­ko-Kern wohl auch gemocht wird: Sie­he Caption.

Long-Cake 6

„Ich habe gera­de einen von die­sen #MÖR­DER­SCHO­KO­LA­DEN­MUF­FINs gele­ckert. Sie sehen sooo klein und unschul­dig aus, haben es aber faust­dick unter der sorg­fäl­tig ver­zier­ten Ober­flä­che.” Und auch nett: „Sub­ject: We just died… Mail­text: a cho­co­la­te death… AMA­ZING cake!!!”

Wer nun im Gegen­satz zu mir des Fran­zö­si­schen  mäch­tig ist und den Hals von Hern Long nicht voll bekommt, dem sei noch kurz sein Blog emp­foh­len. Dort fin­det man zum Bei­spiel auch Mon gâteau au cho­co­lat – ohne Garan­tie, dass sich bis zur deut­schen Ver­si­on nicht noch was am Rezept geän­dert hat. Und wer Lust auf den neu­en Band ver­spürt, der kann hier einen kur­zen, wirk­lich sehr kur­zen Blick in die reich­lich spär­li­che Pres­se­map­pe des Ver­la­ges wer­fen. Passt irgend­wie ins Bild, oder?

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In den nächs­ten Küchen-Kin­ker­litz­chen gehts um Hum­mus. Die vor­he­ri­gen han­del­ten von einem ziem­lich rasan­ten Blät­ter­teig.